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Update: Fairanstalten in Trier

Die Lokale Agenda hat für ihr FairWeg-Projekt einen Leitfaden erstellt, der die wichtigsten Themen im nachhaltigen Veranstaltungsmanagement einfach erklärt. Um herauszufinden, ob unsere Ideen in der Stadt Anklang finden, haben wir uns bei Triers Veranstalter:innen umgehört und kamen zu interessanten Ergebnissen.

Wir konnten viele Ideen für die Zukunft aus den Interviews mitnehmen. FairWeg zeigt, wie einfach faire Produkte in der Region zu erhalten sind und nehmen Veranstalter:innen die Arbeit ab, lange nach lokalen Betrieben suchen zu müssen. Einige Caterer:innen achten bereits auf regionale Kooperationen, ein veganes und vegetarisches Angebot, verpackungsarme oder plastikfreie Produkte und bieten faire und bio-zertifizierte Lebensmittel an. Auch die Karte von morgen zur Suche von Cafés mit fairer Speise- und Getränkekarte und der Bezug von Essen über die Foodsharing Initiative werden empfohlen.

Beim Thema Veranstaltungsort haben Trierer Veranstalter:innen nicht nur bei Neu- und Anbauten auf Energieeffizienz, Wassersparsamkeit und Barrierefreiheit geachtet. Auch Kleinigkeiten in der Veranstaltungstechnik wie LED-Beleuchtung und Akkus statt Batterien in Mikrofonen und Walkie-Talkies machen bereits einen Unterschied. Es gilt: Reparieren vor neu kaufen. Leider ist der Preis meist noch das wichtigste Kriterium für Neuanschaffungen, viele wünschen sich daher ein lokales Verleihsystem für Technik.

Um die Anreise klimafreundlicher zu gestalten, gibt es bereits viele gute Ideen: Mit dem VRT-Kombiticket wird dafür geworben, den ÖPNV kostenlos zu nutzen. Autoparkplätze werden reduziert und die Anzahl an Fahrradständern erhöht. Ein Studi-Ticket für den kostenfreien Nahverkehr gibt es bereits, daher wird auch nach einem Arbeits-Kombiticket für Mitarbeiter:innen gefragt.

Wir haben uns auch nachgefragt, wie es nach dem Event aussieht. Was passiert mit dem Müll und Essensresten? Wichtig dabei sind Mehrweggeschirr und -besteck, dabei helfen Spülservices, und eine gute Kalkulation im Voraus. Biologisch abbaubares Einweggeschirr entlastet zwar den Gelben Sack, verbraucht aber leider in der Herstellung viel Energie. Papierhandtücher sollten sparsam eingesetzt werden und bereits recycelt sein. Da immer Reste entstehen können, schlagen wir im Leitfaden viele Ideen für eine sinnvolle Abfallnutzung vor.

Zum nachhaltigen Veranstalten gehören natürlich auch die Entscheidungen im Bereich der Beschaffung und Drucksachen vor und nach der Veranstaltung. Hier freut uns sehr zu hören, dass verstärkt auf recyceltes Papier gesetzt wird. Auch die Bitte bei Lieferant:innen um eine digitale Rechnung, trägt zur Reduktion von Papier bei und wird von den Veranstalter:innen genutzt. Die Zusammenarbeit mit Druckereien aus der Region Trier, die nachhaltig und oftmals klimaneutral drucken, können zur Emissionsreduktion beitragen. Einen Überblick zu diesen könnt ihr im Leitfadenkapitel finden.

Verstärkt nutzen die Veranstalter:innen digitale Werbung, wie eigene Social Media Accounts oder Werbungen auf weiteren digitalen Plattformen. Dennoch sind analoge Werbemittel von Bedeutung, wie Plakate, gerne genutzt. Die Veranstalter:innen achten hier auf die Reduktion auf das Notwendigste. Analoge Werbung wird präziser angewandt und sorgt so für den bleibenden Eindruck beim Publikum. 

Im Bereich der Deko nutzen die Veranstalter:innen gerne wiederverwendbare Deko, nicht nur gut für die Nachhaltigkeit sondern auch kostengünstiger. Auch das Upcyceln der verschiedensten Materialien zu neuer und einzigartiger Deko oder das Nutzen bereits vorhandener oder geliehener Materialien wird praktiziert. Hier konnten wir viele Erkenntnisse für die weitere Ausgestaltung des Leitfadens dank dem hilfreichen Input der Veranstalter:innen gewinnen: Wir werden uns nun auch näher mit den Aspekten von Bühnenbildern beschäftigen, um diese dann auch mit in das Kapitel Dekoraktion & Geschenke aufnehmen zu können. 

Im Bereich der Inklusion und Diversity sind die Veranstalter:innen im Prozess der Umsetzung der genannten Aspekte des Leitfadenkapitels: Mit unserem Leitfaden wollen wir für eine übersichtliche Darstellung der Möglichkeiten der Inklusion und Diversity bieten, vor allem im Bereich der Sprache und Barrierefreiheit der Veranstaltung. Ihr habt Interesse an mehr Informationen zur gendergerechten Sprache? Dann lest euch gerne den Blogbeitrag Nachhaltigkeit aus einer anderen Perspektive durch.

Wir sind sehr froh zu hören, dass großes Interesse an unserem Leitfaden besteht. Durch die Interviews wollen wir uns auch verstärkt mit der Problematik rund um Nachhaltigkeit in der Pandemie beschäftigen und hier mehr nachhaltige Optionen trotz verschärfter Hygieneregeln aufzeigen. Habt ihr vielleicht noch weitere Ideen oder Anmerkungen zum Leitfaden? Schreibt uns gerne, wir freuen uns über euer Feedback! Bleibt gespannt, die finale Version unseres Leitfadens ist auf dem Weg!