Inklusion & Diversity

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Unsere Gesellschaft ist bunt und divers. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir alle gemeinsam viel erreicht, um mehr Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Um diesen Prozess weiter aktiv gestalten zu können, ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, wo und wann Menschen (oft unbewusst) ausgegrenzt und diskriminiert werden: Aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Behinderungen – oder fehlender Möglichkeiten, die Veranstaltung mitzugestalten.

Oft sind es dann einfache Mittel, mit denen Ungerechtigkeiten und Ausgrenzungen vermieden werden können. Ebenso stehen viele Informationen und Netzwerke zur Verfügung, die Ihnen helfen, allen die Teilhabe an Ihren Veranstaltungen zu ermöglichen.

Ist meine Veranstaltung barrierefrei?

  • Wählen Sie nach Möglichkeit einen barrierefreien Veranstaltungsort aus. Der Behindertenbeirat Trier hat eine Übersicht barrierefreie Veranstaltungsorte in Trier zusammengestellt.
  • Kennzeichnen Sie schon im Vorfeld rollstuhlgerechte Zugänge und Toiletten oder bieten Sie Unterstützung an, wenn es irgendwo doch Barrieren gibt. Auf der Website der Trier Tourismus und Marketing GmbH finden Sie eine Auflistung barrierefreier Toiletten in der Stadt.

Ein Beispiel für eine geeignete Zugangsbeschreibung ist die Übersicht zu den Viehmarktthermen.

  • Rollstuhlfreundliche Platzierung: Sind Teilnehmende im Rollstuhl auf Augenhöhe zu anderen Teilnehmenden, oder blicken sie ihnen auf den Hintern?
  • Hörgeschädigte Menschen profitieren von speziellen Richtmikrofonen oder von induktiven Höranlagen (T-Spulen), die das Audio-Signal – je nach Typ – direkt ins Hörgerät übertragen.

Tipp: Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat einen separaten Leitfaden für barrieregerechte und inklusive Veranstaltungen herausgegeben, inklusive ausführlicher Checkliste.


Verwende ich angemessene Sprache?

Sprache ist ein wesentlicher Aspekt bei der eigenen Zuordnung zu einer sozialen Gruppierung; die Wahl des Vokabulars und die Komplexität der Sprache beeinflussen, wer versteht, was Sie sagen – und wer nicht.

Leichte Sprache & Übersetzungen

Leichte Sprache hilft, Informationen für alle zu vermitteln – auch dann, wenn sie wegen einer Behinderung oder geringerer Sprachkenntnisse nicht verstehen, was Sie vielleicht als „normale Sprache“ empfinden.

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, eine Übersetzung in Leichte Sprache zu ermöglichen, achten Sie bei der Vorbereitung von Text- und Redebeiträgen darauf, dass Sie komplizierte Formulierungen und Wortwahl möglichst vermeiden.

Beispiel: Die Trier Tourismus und Marketing GmbH erklärt das Trierer Dreikönigenhaus in leichter Sprache.

  • Gerade in der Großregion besteht ein erhebliches Potential, mehr Gäste für Ihre Veranstaltung zu interessieren, wenn Sie ein mehrsprachiges Angebot vorbereiten.

Inklusive und geschlechtergerechte Sprache

  • Sprache beeinflusst unser Denken und ist ein wichtiges Mittel, um Ungerechtigkeiten zu zementieren – oder Wandel einzuleiten!
  • Achten Sie daher darauf, dass Sie in Texten und beim Sprechen anstelle des generischen Maskulinums eine Variante nutzen, die alle Geschlechter berücksichtigt.
  • Ideal sind geschlechtsneutrale Formulierungen (Alle statt Jeder, Lehrkräfte statt Lehrer) oder Verlaufsformen (Studierende statt Studenten).
  • Wo das nicht möglich ist, legen Sie sich eine Strategie zurecht, etwa die Doppelnennung (Bürgerinnen und Bürger), oder alternativ das Gender*Sternchen (Bürger*innen) oder der Gender:Doppelpunkt (Bürger:innen)
  • Unter geschicktgendern.de finden Sie hilfreiche Tipps und Anleitungen, wie Sie elegant alle Menschen sprachlich berücksichtigen – und sogar ein Wörterbuch, das Ihnen Alternativen anbietet.

Tipp: Screenreader für sehbeeinträchtigte Menschen können mit verschiedenen gängigen Gender-Formen (Doppelpunkt, Sternchen, usw.) unterschiedlich gut umgehen. Dies sollten Sie im Vorfeld mit Blick auf barrierefreie Textgestaltung beachten.


Sexismus und Rassismus

Sexismus und Rassismus sind – oft unterbewusst – tiefer in unserer Gesellschaft verankert, als wir es wahr haben wollen. Vorurteile und stereotypisierende Darstellungen tragen – ob gewollt oder ungewollt – dazu bei, bestehende Ungleichheiten zu festigen. Das steht in direktem Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen 5 „Geschlechtergleichheit“ und 10 „Weniger Ungleichheiten“. Dabei ist es recht einfach, diese Fallstricke zu vermeiden!

  • Die grundlegende Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: „Stelle ich eine Person oder eine Personengruppe aufgrund ihres Geschlechts oder ihres Aussehens in einer bestimmten stereotypen Weise dar?“
  • Stellen Sie diese Frage auch in Ihrem Team und tauschen Sie sich mit Betroffenen aus.
  • Weibliche Perspektiven bereichern Ihre Veranstaltung: Achten Sie bei der Zusammensetzung Ihres Teams und der Auswahl ihrer Referent:innen oder Künstler:innen auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis

Die Kampagne „Pink Stinks“ hilft Ihnen, einzuordnen, ob Werbung sexistisch ist oder nicht. Auf der Website Werbemelder.in finden Sie Kriterien und Beispiele.

  • Strukturellen Rassismus zu erkennen und zu vermeiden, ist ein wenig anspruchsvoller, da es bisher kaum eine breite gesellschaftliche Debatte über Rassismus in Deutschland gegeben hat.
  • Achten Sie darauf, dass Sie MIT Betroffenen diskutieren, statt ÜBER sie. Das ist nicht nur angemessen, sondern deutlich eindrucksvoller für die Teilnehmenden, da sie so die Perspektiven marginalisierter Gruppen einnehmen können.

Verschiedene Organisationen wie Amnesty International, der Beirat für Migration und Integration Trier, die Partnerschaft für Demokratie Trier, der Verein für ein buntes Trier oder das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz können Sie dabei unterstützen.


Biete ich meinen Gästen Möglichkeiten, die Veranstaltung mitzugestalten?
  • Klassische Vortragsformate, in denen Expert:innen frontal ihr Wissen vortragen, sind zwar noch weitverbreitet, schöpfen aber nicht das Potential Ihrer Gäste aus, die sich beim Zuhören schnell langweilen und die nächste Pause herbeisehnen, in der sie sich mit den anderen Gästen austauschen können.
  • Warum nicht also Formate schaffen, die Ihr Publikum involvieren, sie in den direkten Austausch bringen und ihnen Gestaltungsmöglichkeiten geben? Insbesondere bei Tagungen oder Workshops bringen partizipative Formate wie Bar-Camps, Open Spaces oder Hackathons vielfältigere und handlungsorientierte Gemeinschafts-Ergebnisse.

Beispiel: Bei den Urban Piano Days der Kulturkarawane Trier stehen Klaviere in der Stadt, die von allen bespielt werden können. Daneben gibt es auch Konzerte mit professionellen Musiker:innen – ein gemeinschaftlich gedachtes Kulturprogramm mit hohem Resonanzfaktor.

  • Gemeinschaftliche Ergebnisse sind nicht nur inhaltlich hochwertig, weil sie die Expertise aller in sich vereinen, sondern sorgen zeitgleich für ein höheres Identifikationsgefühl Ihrer Gäste mit Ihrer Veranstaltung.

Auf einen Blick

Barrierefreiheit

Leichte Sprache

Sexismus und Rassismus