Catering

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Ein paar leckere Häppchen oder gar ein ganzes Menü – ein Catering ist immer ein besonderes Erlebnis während eines Events. Auch wenn Sie Speisen und Getränke für Ihre Gäste anbieten, haben Sie die Möglichkeit viele Nachhaltigkeitsfaktoren zu berücksichtigen.

Gerade in diesem Bereich hat sich schon sehr viel getan. Es muss nicht immer ein exotisches Angebot sein. Es gibt bereits ein großes Sortiment an Lebensmitteln, die eine gute CO2-Bilanz haben, unter fairen Bedingungen gewonnen wurden und bei deren Gewinnung Ressourcen geschont werden. Auch gegen die Lebensmittelverschwendung gibt es schon viele Ansätze, denn pro Gast werden jährlich immer noch etwa 23,6 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen.


Allgemeine Strategien

Wie sehr achten Sie auf Regionalität und Saisonalität?

Idealerweise nutzen Sie bei Ihrem Catering Produkte, die aus der Region stammen und gerade Saison haben. Der Anbau im beheizten Treibhaus verursacht hier die meisten Emissionen. Saisonales Gemüse und Obst aus dem Freiland haben den geringsten CO2-Abdruck im Vergleich zu Produkten aus dem Treibhaus oder zu importierter Ware.

Tipp: Ein praktischer Begleiter, auch als Aushang oder Gastgeschenk: Unser FairWeg-Saisonkalender.

Weitere Vorteile regionaler und saisonaler Produkte:

  • Kürzere Transportwege verursachen nicht nur weniger Emissionen, die Zutaten bleiben länger frisch und auch die Fleischqualität ist bei kürzeren Transporten höher
  • Regional angepasste Obst- und Gemüse-Sorten sind meist widerstandsfähiger und benötigen daher oft weniger Pestizide und Dünger als konventionelle Sorten
  • Insbesondere kleinere lokale Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag für die regionale Wirtschaft und die Artenvielfalt
  • Auch Ihre Gäste wissen ein saisonales und regionales Angebot zu schätzen und freuen sich über Speisen, die es nicht das ganze Jahr über zu kaufen gibt!

Vorsicht bei Früchten wie Avocados, Bananen oder auch Tomaten: Ihr Anbau ist oft sehr wasserintensiv. Häufig kommt es zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung, die durch die intensive Plantagenwirtschaft nicht mehr genügend Trinkwasser zur Verfügung hat. Auch wird für Plantagen oft intakter Regenwald abgeholzt.

Tipp: Mit den Webapps Klimatarier Klimateller können Sie den CO2-Abdruck Ihres Gerichts individuell berechnen!

Fair und direkt

Manche Produkte können Sie nicht aus der Region beziehen, sondern müssen importiert bezogen werden. Hier können Sie auf biologisch und fair gehandelte Produkte achten. So können Sie unterstützen, dass Produzierenden in den Anbauländern bessere Preise und existenzsichernde Löhne gezahlt werden.

Je weniger Zwischenstationen mitverdienen, desto bessere Bedingungen können die Produzierenden erzielen – das gilt auch für regionale Produkte! Legen Sie daher Wert auf persönliche Kontakte und fördern Sie so Direktvermarktung.

Vor allem Kaffee, Tee, Kakao und Reis wird mittlerweile häufig unter fairen Bedingungen gewonnen, weshalb Sie hier besonders leicht auf Fairness achten können.

Achten Sie beim Einkauf auf eine transparente Darstellung der Lieferkette und eine glaubhafte Fairhandels-Philosophie. Orientierung können beispielsweise die Siegel von GEPAdwp weltpartnerFairtrade International bieten. Hilfestellung kann hier auch der Labelchecker oder die Initiative Siegelklarheit.de bieten.

Tipp: Eine Übersicht über die wichtigsten Siegel finden Sie im Beitrag Siegel-Übersicht.

Bio oder konventionell?

Zwar ist Bio kein Allheilmittel fürs Klima, kann aber durch reduzierten Einsatz von Pestiziden und Dünger zu einer besseren Bodenqualität beitragen. Umgekehrt kann auch die konventionelle Landwirtschaft sehr naturnah sein. Die Hintergründe erfahren Sie hier.

  • Verzichten Sie allerdings lieber darauf, weitgereiste Bio-Produkte anstatt regionaler Produkte zu wählen.
  • Transparenz ist hier der Schlüssel: Kaufen Sie, wenn möglich, von Betrieben, die Sie kennen und deren Produktion Sie sich zeigen lassen können. Wenn das nicht geht, können Bio-Siegel eine Orientierung bieten. Achten Sie hier auf möglichst strenge Kriterien wie z.B. von demeter oder Naturland.

Bieten Sie vegetarische und vegane Alternativen an?

Ein vielseitiges Catering sollte auch vollwertige vegetarische und vegane Speisen beinhalten, denn immer mehr Menschen verzichten auf tierische Produkte. Auch Personen, die zum Beispiel aus religiösen Gründen auf bestimmte Fleischsorten verzichten, kann somit ein schmackhaftes Angebot zugesichert werden.

Vielleicht können Sie auch erst einmal klein starten und beispielsweise mindestens eine vegane gleichwertige Alternative anbieten. Angenommen, Sie bieten ein Gänge-Menü an, so sollten Personen, die vegan oder vegetarisch leben, nicht nur auf Beilagen zurückgreifen können.

Hintergrund: Dass wir zu viel Fleisch konsumieren, ist kein Geheimnis – und ein immenses Problem für den Planeten. Für die Produktion einer tierischen Kalorie müssen (je nach Tierart) mehrere pflanzliche Kalorien und viel Wasser aufgewendet werden. Je mehr Tiere wir mästen, desto mehr Platz benötigen wir also für die Futtermittelproduktion. Futtermittel (insbesondere Soja) werden meistens in Südamerika hergestellt, wofür intakter Regenwald abgeholzt wird und es immer wieder zu Landraub kommt. Pflanzliche Produkte können also einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass wir weniger Ressourcen für die Lebensmittelherstellung verbrauchen.

Achten Sie auf unterschiedliche Bedarfe?

  • Verschiedene Zielgruppen haben verschiedene Bedürfnisse, was Essen betrifft. Allergien und Unverträglichkeiten spielen für viele Personen eine Rolle. Halten Sie immer eine Alternative parat – Ihre Gäste werden es Ihnen danken!
  • Auch religiöse Belange können Sie in Ihre Planungen einbeziehen. Informieren Sie sich schnell im Vorfeld, wann religiöse Feiertage oder Fastenzeiten stattfinden und ob Sie zum Beispiel Alternativen anbieten können, die koscher oder halal sind. Diese Produkte erkennen Sie an einer speziellen Kennzeichnung.

Tipps für Produktgruppen

Wenn Sie tierische Produkte anbieten, achten Sie auf hohe Standards und verzichten Sie auf Massenware. Ihre Gäste werden die hohe Qualität und den guten Geschmack schätzen – und auf lange Sicht helfen Sie den Tierhaltenden, auch wieder mit kleineren Herden überleben zu können.

Bio-Siegel können zusätzliche Orientierung bieten. Das staatliche Tierwohllabel allein ist nicht aussagekräftig.

Fleisch

  • Weißes Fleisch (Geflügel) benötigt weniger Energiezufuhr als rotes (Schwein, Rind), weil die Tiere das Futter effizienter verwerten.
  • Ideal sind Tiere aus Weidehaltung, die nicht zusätzlich mit Futtermitteln versorgt werden müssen.
  • Wildfleisch ist nicht nur eine regionale Spezialität von hoher Qualität, sondern hat auch recht geringe ökologische Auswirkungen. Sie finden es bei den Jäger:innen aus der Region. Hier finden Sie eine Übersicht regionaler Wildbret-Anbieter.

Fisch

  • Idealerweise bieten Sie bei Ihrem Catering Fisch aus regionalen Zuchten an, wie beispielsweise Forelle und Zander.
  • Wenn es andere Sorten sein müssen, achten Sie auf Herkunft aus zertifizierten Aquakulturen (Naturland, Bioland) oder auf unbedenklichen Wildfang.
  • Das MSC-Siegel bietet ein Mindestmaß an ökologischen Standards, reicht aber nicht aus, um Überfischung zu verhindern. Orientierung bietet hier der Fischatlas des WWF und von Greenpeace.

Milchprodukte

  • Bei der Milchproduktion kommen Mensch wie Tier meist zu kurz. Durch sehr niedrige Milchpreise stammt der überwiegende Anteil der Milch aus Massentierhaltung mit einen enorm schlechten CO2-Abdruck. Versuchen Sie, kleinere Betriebe zu unterstützen und kaufen Sie auch hier hochwertige Waren aus der Region.
  • Orientierung für fairere Milchpreise bieten beispielsweise die folgenden Siegel: Die faire Milch fair mellechSternenfairNaturland fairdemeterBioland.
  • Mittlerweile gibt es auch viele geeignete pflanzliche Alternativen. Insbesondere Milchalternativen aus Hafer oder heimischem Soja sind deutlich klimafreundlicher als tierische Milch.

Eier

  • Bruderhahn-Eier bieten den Erzeugenden eine finanzielle Unterstützung, damit sie die männlichen Küken aufziehen und wirtschaftlich nutzen können, anstatt sie zu schreddern oder zu vergasen.

Getränke

  • Säfte gibt es immer häufiger aus regionalen Streuobstwiesen, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Hier können Sie ebenfalls auf regionale Sorten, oder bei Südfrüchten auf fairen Handel achten.
  • Für Kaffee, Kakao und Tee können Sie ruhigen Gewissens hohe Fairhandels-Standards anlegen, bei diesen Produkten gibt es mittlerweile eine große Auswahl auf dem Markt.
  • Neben gesiegelten Produkten finden Sie auch viele kleinere weiterverarbeitende Betriebe, die anstelle eines Siegels auf eine direkte Partnerschaft setzen und versuchen, möglichst viel Wertschöpfung in den Anbauländern zu ermöglichen, wie z.B. beim Trierer Stadtkaffee.
  • Mosel, Saar und Ruwer sind traditionelle Weinregionen. Ihre Gäste freuen sich über regionale Spezialitäten – und auch das Klima freut sich über kürzere Transportwege.
  • Beim Bier hat sich einiges getan: Neben regionalen, nachhaltig engagierten Traditionsbrauereien gibt es mittlerweile auch viele Handwerksbetriebe, die ebenfalls qualitativ hochwertige Biere mit Zutaten aus der Region liefern können.
  • Wasser ist wichtig: Sie können Ihren Gästen kostenloses Trinkwasser anbieten oder darauf hinweisen, woher sie welches bekommen.

Tipp: Der SWT-Wasserspender und die vielen Refill-Stationen in Trier sind bereits tolle Ansätze in diesem Bereich! (Standorte finden: Suchen Sie nach #refill.)

Öl und Fett

Auch hier gibt es regionale Produkte, wie zum Beispiel Raps-, Leinsamen- und Sonnenblumenöl.

Achtung: Es gibt kein nachhaltiges Palmöl, denn die Transportwege und der Flächenbedarf (meist im Regenwald) sind immer immens.


Nach dem Essen

Kalkulieren Sie nicht übermäßig: Es muss nicht bis zur letzten Minute alles vorhanden sein. Überschüssige Lebensmittel sind nicht nur ein großes Umweltproblem, sondern auch eine finanzielle Belastung!

Wenn doch Essen übrig bleibt

  • Gegen Ende der Veranstaltung können Sie eine Happy Hour anbieten und die Restbestände verkaufen, damit keine Lebensmittel übrig bleiben
  • Bei TooGoodToGo können Sie online übrig gebliebene Gerichte an Selbstabholende verkaufen.
  • Die Tafeln und Foodsharing helfen Ihnen, noch genießbare Lebensmittel weiter zu verteilen. In der Initiative Küche für alle in Trier werden gerettete Lebensmittel weiter verarbeitet.

Das Umweltbundesamt gibt im Leitfaden zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen beim Catering praktische Hilfestellung, damit beim nächsten Mal keine Reste übrig bleiben.


Auf einen Blick

Allgemein

Regional & saisonal

Fair & direkt

Fleisch, Fisch & Milchprodukte

Nach dem Essen