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Die Trierer Solidarkarte – Ein wichtiges Zeichen sozialer Nachhaltigkeit

Im vergangenen Jahr hat es der Stadtrat Triers beschlossen, seit gestern werden die ersten Exemplare an die Bezugsberechtigten in der Stadt ausgegeben – die Rede ist von der Trierer Solidarkarte. Warum ein solches Konzept zu sozialer Nachhaltigkeit beiträgt und was das Ganze mit den Prinzipien von FairWeg zu tun hat – das lest ihr hier.

Das Prinzip der Solidarkarte soll, kurz gesagt, denen kulturelle und damit gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, die sonst aus finanziellen Gründen geringere Möglichkeiten dazu haben. Denn: Wer Sozialleistungen bezieht und sich sein Geld genau für den Monat einteilen muss, der hat meist wenig Kapazitäten für Kino- oder Theaterkarten, Eintritte in Museen oder gar Tickets für das Freibad. Mit der Solidarkarte, welche Menschen mit geringem Einkommen ohne großen bürokratischen Aufwand erhalten, soll genau das zum Guten hin verändert werden.

Bürgermeisterin Elvira Garbes präsentiert die Solidarkarte vor dem Trierer Rathaus (Bild: Presseamt Trier)

Mehr als 20 sogenannte KartenPartner, sprich Institutionen, Vereine und Kultureinrichtungen aus Trier machen bei diesem langfristig angelegten Programm mit. Sie bieten Vergünstigungen auf Eintritte, Kursgebühren oder andere kulturell-gesellschaftliche Angebote an. Auch eine Reihe von Sportvereinen ist mit von der Partie, meist mit Nachlässen auf Aufnahme- oder Mitgliedschaftsgebühren.

Solidarmodelle im Kulturbetrieb – Ein erfreulicher Trend

Ähnliche Modelle für das kulturelle Leben finden sich in Deutschland an vielen Orten. Städte wie Hamburg, Leipzig oder Wuppertal sind in den vergangenen Jahren mit ähnlichen Projekten vorangegangen. Die Initiatoren waren hier oft entweder zivilgesellschaftliche Initiativen, sprich engagierte Ehrenamtliche, oder Zusammenschlüsse von Veranstaltern aus der Region. Und genau hier lässt sich ein positiver Trend ausmachen: Immer mehr Organisatoren von Events, aber auch einzelne Künstler setzen auf solidarische Modelle zugunsten der Teilhabe wirtschaftlich benachteiligter Menschen. Comedienne Hazel Brugger, das Wacken Open Air oder der SV Babelsberg 03 – sie alle setzen Zeichen für eine sozial nachhaltigere Event-Politik.

Die Ansätze dabei sind vielfältig. Neben festen Rabatten auf Eintritt oder Mitgliedschaft wie im Falle der Trierer Solidarkarte finden sich auch eigens eingerichtete Kontingente für Gratis-Tickets oder auch insgesamt variabel gestaltete Ticketpreise. Gerade dieser Punkt, also der Ansatz, dass jeder so viel für ein Event oder ein anderes kulturelles Angebot zahlt wie er oder sie kann, bietet große Chancen für nachhaltigeres Veranstalten. Denn: Nachhaltigkeit bedeutet Zusammenarbeit, von der am Ende alle profitieren können. Das gilt für Klimaschutz und Ökologie genauso wie für den Zugang zu Bildung und kulturellem Leben. Wer als Veranstalter vorangeht und Mut zu solidarischen Wegen zeigt, kann Vorbild sein und so noch mehr Menschen für die eigene Sache begeistern.

Die Trierer Solidarkarte kann ein Schritt in die richtige Richtung sein, um zu zeigen, was hier bei uns in Trier alles möglich ist. Weitere Infos zum Angebot finden sich auf der Website der Stadt, ebenso eine Übersicht über alle KartenPartner.

Von Adrian

Adrian ist seit 2018 bei der Lokalen Agenda aktiv und kümmert sich vor allem ums Kommunizieren guter Sachen. Wichtig sind ihm gutes Essen, Respekt vor der Umwelt und Begeisterungsfähigkeit.