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Wie Außer-Haus-Verpflegung die Welt ein kleines Stück besser machen kann

Gastbeitrag von Helena Dierkes. Klimaschutz ist in aller Munde. Und dass Ernährung einen erheblichen Einfluss auf das Klima hat, ist auch bekannt. Doch was heißt das genau? Rund ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland werden durch die Ernährung verursacht. Hier werden alle Schritte von der Erzeugung bis zum Konsum mit eingerechnet.

Pro Gericht fallen so im Durchschnitt ungefähr 1500 g CO2-Äquivalente an. Das ergibt für Deutschland etwa 2,0 bis 2,5 t CO2-Äquivalente pro Person pro Jahr. Das hat langfristige Folgen: Wetterveränderungen sorgen für Hitzeperioden und Überschwemmungen, die zu Ernteausfällen führen und die Qualität der Lebensmittel verschlechtern. Neben diesen ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen, ist auch das Soziale zu beachten. Vielen Menschen wird so die Lebensgrundlage genommen.

Was hat die Gastronomie damit zu tun?

Catering und Außer-Haus-Verpflegung sind zentrale Punkte, wenn es um die Versorgung von Menschen mit Lebensmitteln geht. Im Jahr 2018 wurden ca. 11,8 Milliarden Besuche in der Außer-Hausverpflegung (u.a. Betriebsgastronomie, Restaurants, Erlebnisgastronomie) verzeichnet[1]. Damit hat dieser Sektor einen enormen Einfluss auf die Menge an produzierten Treibhausgasen und somit auch auf das Klima. Folglich können hier schon kleine Veränderungen in Richtung klimafreundlicherer Speisengestaltung große Effekte erzielen.

Die KlimaTeller-App – nützliches Tool für die Gastronomie

Das Projekt KlimaTeller befasst sich mit genau diesen Fragestellungen: Wie kann Verpflegung klimafreundlicher gestaltet werden? Dazu wurde die KlimaTeller-App entwickelt, die eine praktische Lösung für Gastronom*innen und Verantwortliche in der Verpflegung bietet. Sie entstand in einem Verbundprojekt von Eaternity, Nahhaft e.V. und Greentable e.V. Die App bietet die Möglichkeit, Speisen und Lebensmittel auf ihren Gehalt an CO2-Äquivalenten zu berechnen. Die Basis bildet eine Datenbank von Eaternity. Die App zeigt nach Eingabe der Komponenten direkt an, wieviel CO2-Äquvalente das Gericht und jede einzelne Zutat verursacht. Enthält es weniger als 50% der Äquivalente eines herkömmlichen Gerichts, wird es mit dem KlimaTeller-Label ausgezeichnet. So ist auf einen Blick ersichtlich, ob dieses Gericht klimafreundlich ist.

Was ist der Vorteil der App?

Die KlimaTeller-App bietet den großen Vorteil, dass die jeweiligen, bereits vorhandenen Speisepläne und Menüs der Gastronomien berechnet werden können. Mit Hilfe des Rechners können mit wenigen Klicks Zutaten ausgetauscht und so klimafreundlicher gestaltet werden. Außerdem bietet sie Hilfestellung bei der Kreation neuer Gerichte.

Die App bietet auch Rezeptvorschläge an. Den Gastronom*innen werden jedoch keine vorgefertigten Speisepläne aufgedrückt – darin liegt die große Flexibilität. Jede*r Gastronom*in kann seine eigenen Gerichte kreieren und damit auch die Wünsche der Gäste berücksichtigen. Die Auslobung der Gerichte mit dem KlimaTeller Label kann zudem für ihre Gästekommunikation genutzt werden. Somit kann Ihre Gastronomie eine Vorbildfunktion übernehmen und Ihre Gäste dazu anleiten, auch in der privaten Küche klimafreundlicher zu kochen.

Die KlimaTeller-App bietet vielfältige und flexible Möglichkeiten, auch die Gastronomie klimafreundlicher zu gestalten. Gemeinsam kann so auch mit kleinen Veränderungen ein großer Beitrag für die Umwelt geleistet werden!


[1] DEHOGA Bundesverband: Wirtschaftskraft & Jobmonitor 2019. Verfügbar unter https://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Startseite/06_Presse/Publikationen/DEHOGA_Z_F-2019_Druckversion_f.pdf

Von Adrian

Adrian ist seit 2018 bei der Lokalen Agenda aktiv und kümmert sich vor allem ums Kommunizieren guter Sachen. Wichtig sind ihm gutes Essen, Respekt vor der Umwelt und Begeisterungsfähigkeit.