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Das Projekt „FairWeg – Fairanstalten für alle!“ geht in die nächste Runde. Schwerpunkt ist diesmal die inklusive Veranstaltungsplanung im Raum Trier. Wir möchten gemeinsam mit Veranstaltenden das kulturelle Leben in Trier inklusiver gestalten. Zum Start möchten wir uns im ersten Blogbeitrag dem Thema Inklusion ganz allgemein widmen. Da der praktische Fokus des Projekts auf der Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung liegt, wollen wir uns dementsprechend auch den beiden Begriffen Behinderung und Barriere nähern.

Zu Inklusion zählen wir als Lokale Agenda 21 im erweiterten Sinne die gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, sozialer Herkunft, sexueller Orientierung und sonstiger individueller Merkmale. Teilhabe heißt dabei nicht nur die Möglichkeit zu haben teilzunehmen, sondern auch zu partizipieren. Also die Selbstbestimmung und Beteiligung von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen und zu fördern.

Was heißt eigentlich Mensch mit Behinderung?

(c) Andi Weiland | 21.08.2019

Behinderung ist noch immer ein stark stigmatisierter Begriff, den viele Menschen lieber vermeiden. Dabei handelt es sich zunächst um eine Beschreibung, die nicht wertend ist. In den 1980ern hat sich der Blickwinkel auf Behinderung grundlegend verändert. Der Begriff meint demnach nicht nur die individuelle Beeinträchtigung einer Person, sondern vor allem auch die Barrieren, die durch eine Umwelt entstehen, die nicht auf die Eigenschaften der Person eingestellt ist. Die Person wird demnach behindert und ihre Beeinträchtigung wird erst durch diese Barrieren zum Problem.

Auch wenn es sich bei „Behinderung“ um einen neutralen Begriff handelt, ist es wichtig auf eine diversitätssensible Sprache zu achten. Menschen mit einer Behinderung sind keine Gruppe, die sich unter dem Merkmal ihrer Behinderung zusammenfassen lässt. Der Mensch steht im Vordergrund. Daher wird der Ausdruck „Mensch mit Behinderung“ meist bevorzugt. Generell gilt aber, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, wie er*sie angesprochen werden möchte und das sollte von den Gesprächspartner*innen respektiert und angenommen werden.

Wenn ihr euch mehr Tipps zu einer diversitätssensiblen Sprache wünscht, schaut doch gerne mal in den Leitfaden „Ausgesprochen Vielfältig“ der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen oder dem Leitfaden „Auf Augenhöhe“, herausgegeben von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, vorbei.

Welche Barrieren gibt es?

Der dritte Teilhabebericht der Bundesregierung zeigt erneut, dass Menschen mit einer Behinderung seltener kulturelle Veranstaltungen besuchen als Menschen ohne Behinderung. Grund dafür sind mehr oder weniger sichtbare Barrieren. Viele Menschen denken bei Barrieren zunächst an Treppen oder zu schmale Türen. Räumliche Barrieren schränken die Lebensgestaltung vor allem von Menschen mit einer motorischen Beeinträchtigung auch immer noch sehr stark ein. Barrieren lassen sich allerdings in ganz verschiedenen Bereichen finden und sind nicht immer sichtbar, vor allem nicht für Personen ohne eine Beeinträchtigung.

(c) Andi Weiland | 21.08.2019

Auch Kommunikation kann sowohl verbal als auch nonverbal Barrieren mit sich bringen. Menschen mit einer Seh-, Hör- oder Lernbeeinträchtigung sind von Vorträgen, Konzerten oder Live Shows ohne eine Übersetzung in Leichte Sprache, eine Verschriftlichung gesprochener Sprache, eine Hörverstärkung oder eine verbale Erläuterung von visuellen Medien ausgeschlossen. Um den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist es daher wichtig, unterschiedliche Kommunikationswege anzubieten oder durch technische Hilfsmittel die Verständlichkeit zu gewährleisten.

Ein weiterer Exklusionsfaktor sind finanzielle Barrieren. Menschen mit Behinderung sind seltener erwerbstätig und daher häufiger von Leistungen der Grundsicherung betroffen. Eine schlechte materielle Situation lässt nicht viel Spielraum für die Freizeitgestaltung.

Am wenigsten sichtbar sind soziale Barrieren. Vorurteile und stereotype Bilder führen dazu, dass Menschen mit einer Behinderung nicht ernst genommen werden oder ihnen gar Kompetenzen abgesprochen werden. Berührungsängste von Menschen ohne Behinderung führen zu mangelnder Teilhabe in sozialen Kreisen. Diese Art der Barriere ist nicht nur am wenigsten sichtbar, sondern auch am schwierigsten zu bekämpfen. Neben ausreichender Bildungsarbeit liegt es hier an uns Vorurteile zu bekämpfen, unsere eigenen Denkweisen zu hinterfragen und vor allem Menschen mit einer Behinderung zuzuhören und ernst zu nehmen.

In der Auseinandersetzung mit dem Thema haben wir gemerkt, wie viel noch zu tun ist, wie viel wir selbst zu lernen haben und wie divers die Angriffspunkte sind, um Veranstaltungen inklusiver zu gestalten. Mit dem neuen Schwerpunkt des Projekts „FairWeg“ möchte die Lokale Agenda 21 einen Schritt in die richtige Richtung gehen und freut sich, die Stadt Trier gemeinsam mit Euch inklusiver zu machen.

Mit unserem Projekt FairWeg zeigen wir immer wieder neue Perspektiven, Chancen und Tools, mit denen Veranstaltungen zukunftsfähig werden können. Ein besonderes cleveres Werkzeug ist die Anwendung KlimaTeller des Vereins Nahhaft e.V.. Und genau deswegen haben wir ihren Mitarbeiter Victor Smolinski gebeten, uns mehr über die App und über das Thema Nachhaltige und Klimafreundliche Küche im großen Ganzen zu erzählen.

Herausgekommen ist ein spannender und motivierender Vortrag, den wir euch hier gerne präsentieren. Mehr Infos zu den einzelnen Themen findet ihr unter folgenden Links:

// FairWeg wird durch Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz gefördert.

Auch wenn Veranstaltungen momentan meist digital stattfinden müssen, können wir uns bestimmt alle an die letzten Konzerte, Festivals oder andere Versammlungen erinnern. Die Stimmung ist super, die Musik genau trifft genau unseren Geschmack und dann gehen wir zum Essens- oder Getränkestand und können kaum etwas ohne Einwegverpackungen erhalten. Aber geht das nicht auch nachhaltiger und ist der meiste Müll nicht sogar vermeidbar? Um eine Antwort zu finden, haben wir uns einige Fragen gestellt:

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Die Lokale Agenda hat für ihr FairWeg-Projekt einen Leitfaden erstellt, der die wichtigsten Themen im nachhaltigen Veranstaltungsmanagement einfach erklärt. Um herauszufinden, ob unsere Ideen in der Stadt Anklang finden, haben wir uns bei Triers Veranstalter:innen umgehört und kamen zu interessanten Ergebnissen.

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Ostern steht schon vor der Tür. Ein Fest voller Süßigkeiten, Geschenken und Schokolade in den verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen. An Ostern isst jeder Deutsche im Durchschnitt 1 Kilogramm Schokolade, das ist weitaus mehr als im restlichen Jahr. 

Die Frage bleibt natürlich trotzdem, wo und wie wird unsere Oster-Schokolade hergestellt und wie fair und nachhaltig ist diese? 

In der Produktion von Schokolade und dem Anbau von Kakao sollte auf einen fairen und nachhaltig verträglichen Anbau gesetzt werden. 

Aus nachhaltiger Perspektive ist die Zerstörung des Regenwaldes für den Kakao-Anbau besonders problematisch. Regenwald wird abgeholzt, um Anbaufläche für Kakao zu gewinnen. Kinderarbeit und unfaire Preise, die den Kakaobauer:innen gezahlt werden, sorgen für einen sozial und nachhaltig unverträglichen Anbau. Eine Existenzssicherung für die Kakaobauer:innen ist nicht gewährleistet. 

Politisch kann ein Lieferkettengesetz einen nachhaltigeren und sozial verträglicheren Anbau und Produktion gewährleisten. In Deutschland wurde durch die Bundesregierung ein Gesetzesentwurf für ein deutsches Lieferkettengesetz eingebracht. In diesem steht, dass das Lieferkettengesetz erst für Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden und nur für die eigene Lieferkette gilt.

Um Aufmerksamkeit für ein effektives und durchsetzungsstarkes Lieferkettengesetz zu schaffen, haben wir uns der Aktion Faule Eier von Inkota angeschlossen und Briefe an unsere Abgeordneten im Wahlkreis Trier verteilt, um auch bei ihnen Aufmerksamkeit für ein durchsetzungsstarkes Lieferkettengesetz zu schaffen. Ab April verhandeln die Abgeordneten im Bundestag über ein Lieferkettengesetz für Deutschland und können sich für ein starkes Lieferkettengesetz einsetzen.

Wir schließen uns den Forderungen an und fordern ein starkes Lieferkettengesetz, das für alle Unternehmen mit mehr 250 Mitarbeiter:innen und für die gesamte Lieferkette gilt. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, sowie zivilrechtliche Haftungsregelungen müssen geltend gemacht werden. Weiterhin muss eine nachhaltige Agrarforstwirtschaft beachtet werden. 

Aber was können wir bis dahin machen, damit wir als Konsument:innen diese problematischen Anbaubedingungen nicht unterstützen? Wir können fair zertifizierte Schokolade kaufen z.B. im Weltladen Trier kaufen, um so die Kakao-Bauer:innen durch einen fairen Preis zu unterstützen. Wenn ihr mehr zu den einzelnen Labels wissen wollte, seht euch gerne unseren Blogbeitrag zu fairem Handel an. 

Ihr wollt wissen, wie es um euren Oster-Schoko-Hasen steht? Dann schaut euch den Schoko-Check 2021 von Inkota an. Dort werden die verschiedenen Hersteller:innen nach den verschiedensten Kriterien zum nachhaltigen Anbau, wie Einhaltung der Menschenrechte oder nachhaltige Agrarforstwirtschaft. 

Um Inkota zu zitieren: „Augen auf beim Schokokauf“. Wir wünschen euch nun ein schönes und vor allem faires Osterwochenende

Nachhaltig fairanstalten in Trier und Region.
Leitfaden PDF 
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