Siegel und Labels

Gütesiegel können ein hilfreiches Instrument zur nachhaltigeren Veranstaltung sein, um einen Überblick über die ökologische und soziale Verträglichkeit der verwendeten Rohstoffe (oder zumindest Teile davon) zu gewinnen.

In diesem Kapitel wollen wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten und bekanntesten Siegel und Label geben, um das nachhaltige Veranstalten zu vereinfachen.

Spezifischere Informationen finden Sie im Labelchecker und bei Siegelklarheit.de


Lebensmittel

Fairer Handel

Fairtrade-Siegel geben Auskunft über fairen Handel. Bedeutend sind sie vor allem für alle Produkte, die nicht regional sondern aus Ländern des globalen Südens bezogen werden. Beim fairen Handel kann auf die soziale, ökologische und ökonomische Verträglichkeit in der gesamten Lieferkette geachtet werden.

Die bekanntesten Siegel sind:

  • Fairtrade: Der Verein TransFair vergibt das Siegel nach Prüfung an konventionelle Anbieter:innen. Dabei wird eine Mindestpreiszahlung garantierte, ein Mengenausgleich möglich. Es werden soziale, ökonomische und ökologische Standards eingehalten. Ein biologischer Anbau ist jedoch nicht garantiert.
  • GEPA: Ein Mindestpreis wird garantiert, ein Mengenausgleich ist nicht möglich. Produkte werden aus einer möglichst direkten Handelsbeziehung vertrieben. Hier finden Sie einen Überblick über die Standards.

Mengenausgleiche werden bei Produkten genutzt, die mit fairen Siegeln zertifiziert werden. Unter einem Mengenausgleich wird die Kombination von fair produzierten und gehandelten Rohstoffen mit konventionellen Rohstoffen verstanden. Dies wird insbesondere bei Produkten genutzt, bei denen mengenmäßig, technisch oder logistisch eine Verarbeitung der rein fair gehandelten Rohstoffe nicht möglich wäre, zum Beispiel bei der Saftherstellung.

Eine Kombination mit konventionellen Rohstoffen wird bei einigen Siegeln ermöglicht, um so die Produktion und den Verkauf von fairen Produkten weiter zu ermöglichen. Als fair wird lediglich die Menge zertifiziert, die der gelieferten Menge an fairen Rohstoffen
entspricht.

Regional

Das Portal Regionalmarkt des Landes Rheinland-Pfalz bietet eine Übersicht über regionale Angebote in den Bereichen Lebensmittelproduktion und Wein, aber auch kulturelle Aktivitäten in der Region werden aufgezeigt.

  • Regionalmarke EIFEL: Zertifizierungen werden Arbeitgeber:innen, Energie, Gastgeber:innen und weitere Produzent:innen, die in der Region Eifel tätig sind Die Standards für die vier verschiedenen Bereiche können hier gefunden werden. 
  • Ebbes von Hei ist eine Regionalinitiative, die Produkte aus der Region Saar-Hunsrück in den Bereichen Gastronomie, Handel, Handwerk, Kultur & Design, sowie Produzent:innen zertifiziert.

Ökologisch & Biologisch

Ökologische und biologische Siegel geben Auskunft über die Art und Weise der Produktion. Es wird auf einen umweltschonenden Anbau geachtet, wie unter anderem das Verbot von umweltschädlichen Pestiziden.

  • Demeter zertifiziert biologisch-dynamischen Anbau, wobei das Ziel ein möglichst nachhaltiger und wirtschaftlicher Kreislauf ist.
  • Naturland: Zertifizierte Betriebe verfolgen den Ansatz des ganzheitlichen nachhaltigem Wirtschaftens. Beim Anbau werden biologische Standards, wie das Verbot von umweltschädlichen Pestiziden, eingehalten.
  • Bioland: Ökologische Standards, wie das Verbot von chemisch-synthetischen Dünger oder der Massentierhaltung, gelten auf der gesamten Produktions- und Lieferkette. Fokus liegt auf der Tierhaltung und Artenvielfalt, sowie dem biologischem Landanbau.

Fisch

  • MSC: Das Ziel ist eine nachhaltige Fischerei zu zertifizieren, wobei eine Überfischung vermieden und das Öko-System erhalten werden soll. Die Zertifizierung selbst wird durch weitere unabhängige Gutachter:innen vorgenommen.

Weitere Ressourcen

Nicht nur Lebensmittel können zertifiziert werden, sondern die verschiedensten weiteren Ressourcen für nachhaltiges Veranstalten.

Allgemein

  • Blauer Engel: Zertifiziert werden umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen nach Umwelt-, Gebrauchs- und Gesundheitsstandards der Bundesregierung. Besonders hilfreich für nachhaltige Veranstaltungen kann die Zertifizierung von recyceltem Papier sein.

Holz & Papier

  • FSC: Die gesamte Verarbeitung und Holzverarbeitungskette wird zertifiziert, wobei auf eine nachhaltige Forstwirtschaft geachtet wird. Auf die soziale und ökologische Verträglichkeit wird ebenfalls geachtet.

Textilien

Eine ökologische und vor allem faire Herstellung ist bei Textilien, wie Stoffservietten und Tischdecken, aber auch Arbeitskleidung, zu beachten.

  • Grüner Knopf: Staatliches Siegel, mit dem Unternehmen und Produkte auf Grundlage sozialer und ökologischer Kriterien geprüft und zertifiziert werden.
  • Fair Wear Foundation: Es wird die soziale Herstellung von Textilien zertifiziert. Die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sollen verbessert werden, indem existenzsichernde Löhne oder auch das Recht auf Vereinigungsfreiheit gewährleistet wird. Ökologische Standard werden nicht beachtet.
  • GOTS (Globale Organic Textile Standard): Zertifiziert wird vor allem die ökologische Herstellung von Textilien. In der Produktion dürfen keine gefährlichen Chemikalien verwendet werden und es gilt ein Verbot für das Nutzen von gentechnisch veränderten Organismen.
  • IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft): Eine soziale und ökologisch verträgliche Herstellung und Produktion von Textilien und Leder wird ausgezeichnet.
  • Fairtrade: Das Siegel zertifiziert nicht nur Lebensmittel, sondern auch Baumwolle und Textilien.

Energie

  • EMAS: Umweltmanagement-Gütesiegel der Europäischen Union. Das Ziel ist die Verbesserung von Energie-Effizienz und Einsparung von Emissionen. EMAS basiert auf der internationalen Umweltmanagementnorm EN ISO 14001.
  • ISO 50001: Internationale Norm, mit Hilfe derer Unternehmen ein systematisches Energiemanagement einführen und ihre Energieeffizienz steigern können.

Zertifizierung für Veranstaltungen

  • ISO 20121: Auch für nachhaltiges Veranstalten gibt es eine internationale Norm. Ein Nachhaltigkeitsmanagement nach ISO 20121 versucht, alle Aspekte des nachhaltigen Veranstaltens in den Fokus zu nehmen und eine Gesamtstrategie für das Unternehmen zu entwickeln.

Zertifizierung – ja oder nein?

Ob Sie sich entscheiden, Ihr Unternehmen zertifizieren zu lassen, oder in Ihrer Lieferkette auf zertifizierte Unternehmen oder Produkte zu setzen: Siegel können eine Hilfe sein, ökologische und soziale Auswirkungen Ihres Handelns besser einzuschätzen.
Andererseits können auch nicht zertifizierte Unternehmen nachhaltig handeln. Um also einen zweifelsfreien Nachweis öko-sozialen Wirtschaftens zu erhalten, bedarf es letztlich Transparenz und Vertrauen zwischen den Beteiligten, die am ehesten in direkten, partnerschaftlichen Handelsbeziehungen entstehen.


Auf einen Blick

Allgemein

Fairer Handel

Regionalität

Ökologisch / Biologisch

Fisch

Textilien

Energie